16.05.2019

Viele Erlebnisse beim Pilgern

Diesmal ging es von Budenheim nach Ingelheim


Foto: Michael Korn (zum Vergrößern bitte anklicken)

Es grenzt fast schon an ein Wunder, dass die Pilgergruppe von St. Jakobus im Ökumenischen Gemeindezentrum Kranichstein die zweite Etappe ihrer Pilgertour von Budenheim nach Ingelheim ohne Schirm oder Regenbekleidung absolvieren konnte. Hatte es doch bei Abfahrt in Kranichstein noch kräftig geregnet. Irgendwie  haben die Kranichsteiner immer wieder Glück mit dem Wetter, auch wenn es diesmal etwas kühl war. 31 Pilgerinnen und Pilger machten sich auf den Weg, um am Ende festzustellen, dass die einen gut 12 Kilometer, die anderen fast 16 Kilometer gepilgert sind. Das lag wohl an der Unterschiedlichkeit der Kilometerzähler.

Die Impulse für die einzelnen Impulsstationen, auch diesmal wieder von Pastoralreferentin Sonja Knapp ausgewählt, waren kurze Geschichten oder Legenden über den heiligen Martin oder Heilige im Allgemeinen.

Start war in der Pankratiuskirche in Budenheim, die einst wegen Zusammenbruchs des Heizungssystems einfach stillgelegt wurde. 15 Jahre diente sie als Bildhauerwerkstatt. Heute ist diese Kirche mehr als eine katholische Immobilie, sie ist ein Denkmal für gutes Miteinander und ältestes Wahrzeichen des Ortes. Ein Förderverein kümmert sich seit einigen Jahren um die Kirche. Sie wird zwar ab und zu noch für besondere Gottesdienste genutzt, vor allem aber für Partnerschaftsfeste, Ausstellungen und Konzerte, besonders mit der seit 2010 "heimgekehrten" Kohlhaas-Orgel, die nach Mainz ausgelagert war. Gemeindereferent Harald Sieben sprach den ersten Impuls, Die Vorsitzende des Fördervereins, Maria Viviani, stand der Pilgergruppe mit Informationen zur Verfügung.

Der Weg führte weiter durch eine wunderschöne Naturlandschaft nach Heidesheim, wie üblich ein Stück schweigend. Zur Einstimmung gab es eine kleine Geschichte vom heiligen Martin, die zum Nachdenken anregen sollte.

Eine Station ganz besonderer Art war die St. Georgskapelle vor Heidesheim. Ein archäologisch höchst interessantes Bauwerk, das der Kranichsteiner Gruppe spannend erklärt wurde. Frühmittelalterliche Elemente, der Viergötterstein, ein Zeichen römisch-keltischen Götterkultes, eine Brunnenschachtanlage u.v.a. mehr waren zu bestaunen.

Zur Mittagsrast wurde die Pfarrscheune in Heidesheim aufgesucht, Der Hunger war so groß, dass ein Besuch der Pfarrkirche St. Philippus und Jakobus erst an zweiter Stelle stand. Jedem ist natürlich die Namensgleichheit mit den beiden Kirchen im Ökumenischen Gemeindezentrum Kranichstein aufgefallen.

Letzte Station war Ingelheim. In der dortigen Kirche St. Remigius empfing Pfarrer Christian Feuerstein die Gäste. Er sprach über die Kirche und berichtete vor allem über seine seelsorgliche Tätigkeit in Ingelheim, wo er fünf (!) Pfarreien leitet. Seine sympatische Ausstrahlung hinterließ bei den Pilgerinnen und Pilgern einen nachhaltigen Eindruck. Dass er seinen Hund mit in die Kirche brachte erheiterte die Kranichsteiner auch deshalb, weil dieser seinen eigenen Platz hat, der von der Gruppe belegt war. So wedelte er kurz mit dem Schwanz und wurde in die Sakristei "abgeführt". Auch das war ein Pilgererlebnis.

Wolfgang Lich


 



 

Kath. Kirchengemeinde St. Jakobus