01.10.2018

Das letzte Stück zurück mit dem Schiff

Pilgerjahr 2018 endete auf dem Rheingauer Klostersteig


Fotos: S. Neuenfeld, W. Lich (zum Vergrößern bitte anklicken)

Für die  Pilgergruppe von St. Jakobus im ÖGZ ist das Pilgerjahr 2018 schon zu Ende. Am Samstag, 22. September, galt es, die letzte Etappe auf dem Rheingauer Klostersteig in Angriff zu nehmen. Obwohl es sich nur noch um knapp 11 Kilometer handelte, war der Tag gut ausgefüllt. Das Wetter unterstützte die 32-köpfige Gruppe mit angenehmen Temperaturen.

Ausgangspunkt war die Pfarrkirche in Eibingen (Foto oben), unterhalb der Abtei St. Hildegard gelegen, wo der prächtige Schrein mit den Gebeinen Hildegards im Altarraum aufbewahrt wird. Schwester Hiltrud Gutjahr OSB, eine Darmstädterin, die seit vielen Jahren in der Abtei lebt, informierte die Pilgerinnen und Pilger über das Leben der heiligen Hildegard (1098 bis 1179), die heute in Kirche und Gesellschaft nicht nur als Kirchenlehrerin, sondern auch als Verfasserin natur- und heilkundlicher Schriften große Beachtung findet. Der einstündige Vortrag wurde allerdings im Verlauf mehr und mehr zu einer theologischen Vorlesung, die einige Zuhörerinnen und Zuhörer etwas überforderte.

Von Eibingen führte der Weg hinauf zur herrlich in den Weinbergen gelegenen Abtei, in der heute ca. 50 Nonnen leben, beten und arbeiten. Der gepflegte Garten mit seiner tollen Blumenpracht sowie der Blick über den Rhein hatten es den Besucherinnen und Besuchern besonders angetan. In der Kirche des Klosters versammelte man sich zu einem geistlichen Impuls.

Weiter führte der Weg aufwärts über die Ebentaler Ebene zum höchsten Punkt der Etappe, dem Forsthaus Rüdesheim. Ein Teil wurde - wie immer - schweigend zurück gelegt. Dann ging es wieder abwärts durch den Niederwald nach Aulhausen, wo auf dem weitläufigen Gelände des St. Vincenzstifts im Freien Mittagsrast gehalten wurde. Ganz in der Nähe liegt das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Marienhausen, das sich mit der Marienkirche zu einem einmaligen kulturellen und spirituellen Anziehungspunkt entwickelt hat. Es ist gleichzeitig der offizielle Endpunkt des Rheingauer Klostersteigs. Schade, dass dort keine Führung auf dem Programm stand, denn diese Kirche (Foto unten) ist seit ihrer Eröffnung 2016 die weltweit erste und einzige Kirche, die unter der Leitung des bekannten Ateliers Goldstein der Lebenshilfe e.V. in Frankfurt von Künstlern mit Behinderung ausgestaltet wurde. Die Spiritualität der aus dem frühen 13. Jahrhundert stammenden Zisterzienserinnenkirche sollte mit einer zeitgenössigen künstlerischen Gestaltung wieder entdeckt werden. Und das ist hervorragend gelungen. Wer alle Etappen, die von Judith und Steffen Neuenfeld bestens vorbereitet wurden, mitgegangen war und unterwegs an verschiedenen Stellen den Stempel in den Pilgerpass aufgenommen hatte, konnte sich in der Marienkirche ein kleines Andenken aus Holz geben lassen.

Der Endpunkt war zwar erreicht, aber noch nicht die in Eibingen geparkten Autos für die Rückfahrt. Also ging es bergab nach Assmannshausen, wo ein  Besuch der Kirche für den Abschlussimpuls vorgesehen, diese aber geschlossen war. Den Impuls holte man in Eibingen nach, wohin man entspannt mit dem Schiff fuhr. Diese Kilometer waren natürlich nicht in den genannten 11 Kilometern enthalten.

Was erwartet die Pilgergruppe  im nächsten Jahr? Bei einem Pilgerfest, voraussichtlich am 17. Februar 2019, wird das Geheimnis von Organisator Michael Korn gelüftet.

Wolfgang Lich


 



 

Kath. Kirchengemeinde St. Jakobus